Author: Nadine Wedel

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Traut euch auf die Bühne: Packt die Tagebücher aus!

Traut euch auf die Bühne: Packt die Tagebücher aus!

Habt ihr auch Reisetagebuch geschrieben?
In eurem Highschool-Jahr in den USA, bei eurem Trip durch Asien, im ersten Urlaub ohne Eltern oder beim langweiligen Familienurlaub bei Tante Brigitte im Sauerland?

Na, dann komm‘ doch damit bei uns auf die Bühne. Alles was älter als fünf Jahre ist, ist herzlich willkommen bei uns.

Unser nächster Diary Slam findet am 29. August 2018 um 20. 30 Uhr im Grüner Jäger statt. Eintritt: 5,- Euro.

„Ich möchte Petting. Scherz! Ich bin erst 12″

„Ich möchte Petting. Scherz! Ich bin erst 12″

Trotz des Ausscheidens der deutschen Fußall-Nationalmannschaft war die Stimmung beim 74. Diary Slam blendend. Mit fünf LeserInnen wurde der Abend eine Hommage an gleich vier Jahrzehnte, die unterschiedlicher nicht sein konnten.

Den Anfang machte Kkoki, die in ihren Tagebüchern aus den frühen Zehnerjahren immer wieder Listen anlegte und sich einen Freund wünschte, der „hetero, spaßig, witzig, musikalisch, modebewusst und christlich“ ist.

Raphael führte uns ins Jahr 1990, in dem er Philosophie in Münster studierte. In seinen tiefgründigen Texten nahm uns der selbsternannte „Lausepelz“ mit in ein Café, in dem er „wie ein fauler Gymnasiast“ Buch um Buch verschlang.

Jiyan katapultierte das Publikum zurück in die Nullererjahre, als ihr der siebenjährige Ben Liebesbriefe schrieb, in denen er bereits wie ein Teenager klang: „Ohne dich ist die Welt nur schwarz und weiß.“

Sonja nahm uns mit ins Jahr 1988, wo ihre Geschichte rund um ihren Schwarm Olaf Fortsetzung fand und sie beim Ausgehen „besoffen sein“ spielten.

Zum Schluss kam Nadine auf die Bühne, deren Herz – fast auf den Tag genau vor 20 Jahren – von ihrem großen Schwarm gebrochen wurde. Doch kurz darauf schmiedete sie bereits Rachepläne: „Ich würde mich total umstylen lassen und dann würde mich M. voll süß finden, aber ich würde ihn dann abblitzen lassen.“

Kontrastreicher konnte das Stechen nicht ausfallen: Kkoki mit ihren erfrischend jugendlichen Texten und Raphael mit seinen philosophischen Betrachtungen eroberten die Herzen der Jury. Am Ende kürte das Publikum Kkoki zum „Diary Slam-Champion Juni“.

Was für ein versöhnlicher Abend!

Der nächste Diary Slam findet nach einer Sommerpause im Grünen Jäger am 29. August 2018 statt.

„Ich mach mich fesch, mit Mamas Hilfe“

„Ich mach mich fesch, mit Mamas Hilfe“

Beim 73. Diary Slam, wie immer charmant moderiert von Sven Onken, traten gleich vier erstmalige VorleserInnen auf und verliehen dem Abend seinen besonderen, adrenalinreichen Charme.
Zu Beginn berichtete Sylwia in ihrem Jugendtagebuch von Filmen wie „9 1/2 Wochen“ und resümierte: „Ich bin immer so neidisch auf die Leute aus Filmen!“
Julie vertraute ihrem Tagebuch an: „Ich will ein Tattoo, am besten von einer Katze, oder eine echte Katze.“ Tom berichtete als 17-Jähriger nonchalant vom Diebstahl seines Fahrrads: „Der Verlust ist nicht tragisch, denn ich habe es auch geklaut“, während sich Lara in Sachen Jungs als Heranwachsende abgeklärt gab: „Nicht dass ich in ihn verliebt wäre – ich fände eine Züngelei einfach nur übelst geil!“ Carina spielte als Neunjährige am liebsten mit ihrer Freundin „Bürokauffrau“ und notierte in ihr Tagebuch: „Ich bin mit Pascal gegangen, aber nur 45 Minuten.“
Und Sonja entführte das Publikum in die Achtzigerjahre, als ihre Schwärme sich nicht zu ihr nach Hause trauten, aus Angst vor ihrer Mutter.
Im aufreibenden Stechen zwischen Julie und Lara ging letztere schließlich als „Diary Slam Champion Mai 2018“ hervor. Glückwunsch und Dank an alle!

Das Buch zum Diary Slam

Das Buch zum Diary Slam

Wer erinnert sich nicht mit Schrecken, Scham, aber auch mit Wehmut an die langen, aufreibenden Jahre der Jugend? Als einem plötzlich Haare an den unmöglichsten Stellen wuchsen und man vor Verliebtheit fast platzte. Als die Eltern zum Inbegriff der Spießigkeit wurden und jede Sportstunde zur Folter.  Als man weit hinaus in die Welt wollte, aber die Reise gleich hinter der nächsten Tankstelle endete.

Die herrlichsten Geschichten kommen hier endlich ans Tageslicht! Über 70 BeiträgerInnen, zwischen 1970 und 1990 geboren, sind in diesem Buch versammelt.

 

Als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch erhältlich:Das Beste aus Jugendtagebüchern

Ich glaube, ich bin jetzt mit Nils zusammen. Das Beste aus wieder ausgegrabenen Jugend-Tagebüchern“ S. Fischer Verlag von Ella Carina Werner und Nadine Wedel

Lesungsanfragen: mail@diaryslam.de

 

„Ich wäre gern so cool wie meine Mama“

„Ich wäre gern so cool wie meine Mama“

Der 72. Diary Slam, moderiert von Sven Onken, war wieder ein Feuerwerk an Emotionen und kollektiven Flashbacks in die eigene Jugend:
Stina las aus ihrem Tagebuch aus dem Jahr 2005, in dem mindesten 25 Mal der Satz „I love you, Torben“ fiel, mit dem sie gern „Wahrheit oder Pflicht“ spielte – am liebsten zu zweit.
Jiyan zeigte sich schon im Alter von 8 Jahren sehr selbstbewusst. Ihr Nachbericht zur Klassenarbeit: „Ich hatte eine 2 +. Hallo?! Ich habe immer eine 1! Meine beste Freundin hatte eine 3. Da ging es mir besser.“
Lena seufzte in ihr Tagebuch über ihren Schwarm: „Milli liebt er zu 89% und mich nur zu 85%!“ Während Sonja das Publikum in die Achtzigerjahre mitnahm, auf ihre erste eigene Fete zum 15. Geburtstag. Der Höhepunkt: Ein Zungenkuss mit Olaf, ehe dieser sternhagelvoll vom Balkon auf die Terrasse der Nachbarin kotzte.
Im hochkarätigen Stechen zwischen Stina und Sonja konnte sich letztere, in Hamburg-Poppenbüttel aufgewachsen, mit einer fulminanten Altona-Passage („Die ganzen verkommenen Menschen da! Nur Punker und Bettler!“) als Siegerin durchsetzen. Glückwunsch und 1000 Dank an alle!

Diary Slam im Mai

Diary Slam im Mai

Eure Tagebücher, Liebesbriefe, Songtexte oder Freundschaftsbücherr fristen ein trauriges Dasein in euren Schubladen? Damit kann Schluß sein, denn wir bieten den pubertären Zeilen eine Bühne.
Bei unserem Diary Slam lesen wildfremde Menschen dem Publikum ihre längst vergangenen Erlebnisse aus Jugendzeiten vor. Kommt vorbei, um in der Vergangenheit zu schwelgen!

Eintritt: 5,- € (nur Abendkasse)
Einlass ab 19.30 Uhr – frühes Kommen für Sitzplätze ist empfohlen. Los geht´s um 20.30 Uhr.
Grüner Jäger, Neuer Pferdemarkt 36, 20357 Hamburg

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Meldet euch bei Interesse am Vorlesen unter mail@diaryslam.de

„Ich brauche Erfahrung, verdammt!“

„Ich brauche Erfahrung, verdammt!“

Beim 71. Diary Slam las zum Auftakt Bettina aus ihrem Traumtagebuch, voller mysteriöser Männer, Treppenstürzen und Pferden, die plötzlich unter ihrer Bettdecke lagen.
Jiyan vertraute ihrem Tagebuch an, sie wolle sich ein Tattoo stechen lassen. Zwar sei sie erst elf, „aber illegal geht es immer irgendwo“.
Mina zeigte, wie in den 90ern wahre Profi-Liebesbriefe begannen: „Na, alles fit im Schritt?“ Noch lieber schrieb sie nur ihrem Schwarm Kim Frank, dem Sänger von „Echt“: „Nur mit dir kann ich über Probleme reden.“
Sarah präsentierte sich als Pionierin der Blind Dates, die sie bereits 2002 in Chatrooms verabredete, sich meist jedoch als Enttäuschung entpuppten: „Er hat mich zugetextet mit irgendwas von Kohlenhydraten in Süßigkeiten. Scheiße, den muss ich abwimmeln!“
Im hochkarätigen Stechen zwischen Mina und Sarah – wie immer zauberhaft moderiert von Sven Onken – ging Sarah schließlich als „Diary Slam Champion März 2018“ nach Hause. Glückwunsch! Und dank an alle!

„Die Jungs, die werden immer krasser“

„Die Jungs, die werden immer krasser“

Zu Beginn des 70. Diary Slams entführte Sonja das Publikum in die  Achtzigerjahre, in denen sie einen Poncho mit dem Schriftzug „Top Gun“  strickte und nach Liebeskummer ins Tagebuch schrieb: „Ich ging 5 % weniger fröhlich nach Hause.“
Sylwia las eine erotische Liebesgeschichte aus späten Teenagertagen, die mit den Worten endete: „Doch leider habe ich es nie so erlebt.“
Josie präsentierte einen Strauß als Kind verfasster Gedichte: „Die Mädchen trinken kaltes Wasser / die Jungs, die werden immer krasser“, sowie juvenil-melancholische Verse mit Titeln wie „Alone on Valentine’s day“.
Auch Top-Moderator Sven Onken gab einen Schwank aus seinem Tagebuch zum besten, ehe Malin spontan aus dem Publikum ein 2 Jahre altes Liebesgedicht aus ihrem Smartphone vortrug.
Freddie, aus Berlin angereist, offenbarte ihr jugendliches Ich als notorische Kleptomanin, die leider nicht im heimischen Kaufhaus Oilily-Parfüm stibitzen konnte, „weil ich da im Februar Praktikum mache“.
Zum Abschluss gab sich Malte als Romantiker, der seiner Herzensdame gern entgegen kam: „Beim Fußball lass ich immer Annikas Schüsse durch.“
Im furiosen Stechen zwischen Freddie und Malte konnte erstere am Ende den Titel des „Diary Slam Champion Februar 2018“ absahnen. Glückwunsch und Dank an alle!

„Es regnet und regnet, auch in mir drin“

„Es regnet und regnet, auch in mir drin“

So viele „Newcomer“ an einem Abend gab es beim Diary Slam noch nie:
Beim 69. Slam las zunächst Julia aus ihrem Tagebuch der Neunzigerjahre, als sie sich selbst als „Hip Hop-Tussi“ titulierte und – zwecks „Fame in Hannover und Umgebung“ – von einer Karriere als Sprayerin träumte. Doch mehr als ein Peace-Zeichen in Sievershausen wollte ihr nicht gelingen.
Sonja schwärmte ein Jahrzehnt zuvor für die Filmhelden von „Karate Kid“ und „Top Gun“, vor allem von Tom Cruise: „Ich will ja nichts von ihm, aber wenn ich ihn im Handumdrehen kriegen könnte, dann ja!“
Bettina bewies, dass auch Traumtagebücher ein unterhaltsames Genre darstellen. Ihre sorgsam protokollierten Jugendträume: „Ich bin schwanger. Das Baby lebt in einer Fanta-Flasche“, oder: „Die Welt ist überflutet, weil der Stutzen meiner Wärmflasche sich gelöst hat.“
Sylwia hingegen begann ihre Tagebucheinträge fast täglich mit „Hi! Wie geht’s mir?“, um dann melancholisch Antwort zu finden: „Es regnet und regnet und regnet, auch in mir drin.“
Und Lena verguckte sich als Backfisch in einen süßen englischen Austauschschüler: „Als ich ihn sah, dachte ich, es sei mein Dad.“ Ihre Freizeit vertrieb sie sich damit, Strichcodes von Verpackungen auszuschneiden und hundertfach in ihr Tagebuch zu kleben. Im fulminanten Stechen zwischen Lena und Julia wurde letztere am Ende zum „Slam Champion Januar“ gekürt. Dank an alle, auch an unseren fantastischen Moderator Sven Onken!