"Es regnet und regnet, auch in mir drin"

Veröffentlicht: 06.02.2018
Geschrieben von: Nadine Wedel

 
So viele "Newcomer" an einem Abend gab es beim Diary Slam noch nie:
Beim 69. Slam las zunächst Julia aus ihrem Tagebuch der Neunzigerjahre, als sie sich selbst als "Hip Hop-Tussi" titulierte und - zwecks "Fame in Hannover und Umgebung" - von einer Karriere als Sprayerin träumte. Doch mehr als ein Peace-Zeichen in Sievershausen wollte ihr nicht gelingen.
Sonja schwärmte ein Jahrzehnt zuvor für die Filmhelden von "Karate Kid" und "Top Gun", vor allem von Tom Cruise: "Ich will ja nichts von ihm, aber wenn ich ihn im Handumdrehen kriegen könnte, dann ja!"
Bettina bewies, dass auch Traumtagebücher ein unterhaltsames Genre darstellen. Ihre sorgsam protokollierten Jugendträume: "Ich bin schwanger. Das Baby lebt in einer Fanta-Flasche", oder: "Die Welt ist überflutet, weil der Stutzen meiner Wärmflasche sich gelöst hat."
Sylwia hingegen begann ihre Tagebucheinträge fast täglich mit "Hi! Wie geht's mir?", um dann melancholisch Antwort zu finden: "Es regnet und regnet und regnet, auch in mir drin."
Und Lena verguckte sich als Backfisch in einen süßen englischen Austauschschüler: "Als ich ihn sah, dachte ich, es sei mein Dad." Ihre Freizeit vertrieb sie sich damit, Strichcodes von Verpackungen auszuschneiden und hundertfach in ihr Tagebuch zu kleben. Im fulminanten Stechen zwischen Lena und Julia wurde letztere am Ende zum "Slam Champion Januar" gekürt. Dank an alle, auch an unseren fantastischen Moderator Sven Onken!

 

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