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„Ich brauche Erfahrung, verdammt!“

„Ich brauche Erfahrung, verdammt!“

Beim 72. Diary Slam las zum Auftakt Bettina aus ihrem Traumtagebuch, voller mysteriöser Männer, Treppenstürzen und Pferden, die plötzlich unter ihrer Bettdecke lagen.
Jiyan vertraute ihrem Tagebuch an, sie wolle sich ein Tattoo stechen lassen. Zwar sei sie erst elf, „aber illegal geht es immer irgendwo“.
Mina zeigte, wie in den 90ern wahre Profi-Liebesbriefe begannen: „Na, alles fit im Schritt?“ Noch lieber schrieb sie nur ihrem Schwarm Kim Frank, dem Sänger von „Echt“: „Nur mit dir kann ich über Probleme reden.“
Sarah präsentierte sich als Pionierin der Blind Dates, die sie bereits 2002 in Chatrooms verabredete, sich meist jedoch als Enttäuschung entpuppten: „Er hat mich zugetextet mit irgendwas von Kohlenhydraten in Süßigkeiten. Scheiße, den muss ich abwimmeln!“
Im hochkarätigen Stechen zwischen Mina und Sarah – wie immer zauberhaft moderiert von Sven Onken – ging Sarah schließlich als „Diary Slam Champion März 2018“ nach Hause. Glückwunsch! Und dank an alle!

Das Buch zum Diary Slam

Das Buch zum Diary Slam

Wer erinnert sich nicht mit Schrecken, Scham, aber auch mit Wehmut an die langen, aufreibenden Jahre der Jugend? Als einem plötzlich Haare an den unmöglichsten Stellen wuchsen und man vor Verliebtheit fast platzte. Als die Eltern zum Inbegriff der Spießigkeit wurden und jede Sportstunde zur Folter.  Als man weit hinaus in die Welt wollte, aber die Reise gleich hinter der nächsten Tankstelle endete.

Die herrlichsten Geschichten kommen hier endlich ans Tageslicht! Über 70 BeiträgerInnen, zwischen 1970 und 1990 geboren, sind in diesem Buch versammelt.

 

Als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch erhältlich:Das Beste aus Jugendtagebüchern

Ich glaube, ich bin jetzt mit Nils zusammen. Das Beste aus wieder ausgegrabenen Jugend-Tagebüchern“ S. Fischer Verlag von Ella Carina Werner und Nadine Wedel

Lesungsanfragen: mail@diaryslam.de

 

„Die Jungs, die werden immer krasser“

„Die Jungs, die werden immer krasser“

Zu Beginn des 70. Diary Slams entführte Sonja das Publikum in die  Achtzigerjahre, in denen sie einen Poncho mit dem Schriftzug „Top Gun“  strickte und nach Liebeskummer ins Tagebuch schrieb: „Ich ging 5 % weniger fröhlich nach Hause.“
Sylwia las eine erotische Liebesgeschichte aus späten Teenagertagen, die mit den Worten endete: „Doch leider habe ich es nie so erlebt.“
Josie präsentierte einen Strauß als Kind verfasster Gedichte: „Die Mädchen trinken kaltes Wasser / die Jungs, die werden immer krasser“, sowie juvenil-melancholische Verse mit Titeln wie „Alone on Valentine’s day“.
Auch Top-Moderator Sven Onken gab einen Schwank aus seinem Tagebuch zum besten, ehe Malin spontan aus dem Publikum ein 2 Jahre altes Liebesgedicht aus ihrem Smartphone vortrug.
Freddie, aus Berlin angereist, offenbarte ihr jugendliches Ich als notorische Kleptomanin, die leider nicht im heimischen Kaufhaus Oilily-Parfüm stibitzen konnte, „weil ich da im Februar Praktikum mache“.
Zum Abschluss gab sich Malte als Romantiker, der seiner Herzensdame gern entgegen kam: „Beim Fußball lass ich immer Annikas Schüsse durch.“
Im furiosen Stechen zwischen Freddie und Malte konnte erstere am Ende den Titel des „Diary Slam Champion Februar 2018“ absahnen. Glückwunsch und Dank an alle!

„Es regnet und regnet, auch in mir drin“

„Es regnet und regnet, auch in mir drin“

So viele „Newcomer“ an einem Abend gab es beim Diary Slam noch nie:
Beim 69. Slam las zunächst Julia aus ihrem Tagebuch der Neunzigerjahre, als sie sich selbst als „Hip Hop-Tussi“ titulierte und – zwecks „Fame in Hannover und Umgebung“ – von einer Karriere als Sprayerin träumte. Doch mehr als ein Peace-Zeichen in Sievershausen wollte ihr nicht gelingen.
Sonja schwärmte ein Jahrzehnt zuvor für die Filmhelden von „Karate Kid“ und „Top Gun“, vor allem von Tom Cruise: „Ich will ja nichts von ihm, aber wenn ich ihn im Handumdrehen kriegen könnte, dann ja!“
Bettina bewies, dass auch Traumtagebücher ein unterhaltsames Genre darstellen. Ihre sorgsam protokollierten Jugendträume: „Ich bin schwanger. Das Baby lebt in einer Fanta-Flasche“, oder: „Die Welt ist überflutet, weil der Stutzen meiner Wärmflasche sich gelöst hat.“
Sylwia hingegen begann ihre Tagebucheinträge fast täglich mit „Hi! Wie geht’s mir?“, um dann melancholisch Antwort zu finden: „Es regnet und regnet und regnet, auch in mir drin.“
Und Lena verguckte sich als Backfisch in einen süßen englischen Austauschschüler: „Als ich ihn sah, dachte ich, es sei mein Dad.“ Ihre Freizeit vertrieb sie sich damit, Strichcodes von Verpackungen auszuschneiden und hundertfach in ihr Tagebuch zu kleben. Im fulminanten Stechen zwischen Lena und Julia wurde letztere am Ende zum „Slam Champion Januar“ gekürt. Dank an alle, auch an unseren fantastischen Moderator Sven Onken!

 

Unser „Nils“ hat einen österreichischen Bruder!

Unser „Nils“ hat einen österreichischen Bruder!

Wir freuen uns sehr, dass unser „Nils“ nun einen österreichischen Bruder hat. :-)

Diana Köhle, die seit mehr als vier Jahren in Österreich das Veranstaltungsformat „Liebes Tagebuch“ ins Leben gerufen hat, hat die besten Tagebucheinträge in dem Sammelband: „Wir haben nämlich beide eine Zahnspange, aber er nur oben: Das Beste aus 4 Jahren Tagebuch Slam“ versammelt. Es finden sich Zitate aus zwei Jahrhunderten  (1916-2014) wieder.

 

„Ich liebe dich auch heute am Dienstag“

„Ich liebe dich auch heute am Dienstag“

Wahnsinn! Vier Jahrzehnte Tagebuchaufzeichungen bescherte uns der 67. Diary Slam: Von 1970 bis in die 2000er Jahre lauschten wir fünf Leserinnen, davon vier Neulingen auf der Diary Slam-Bühne. Und wir können so viel verraten: Das Wort „GEIL“ scheint ein Kontinuum zu sein.

Den Auftakt machte Johanna mit ihrem Praktikumsbericht aus Paris, bei dem sie einen Rumänen kennen lernte, der Bücher an der Seine verkaufte und dessen Lieblingsdroge LSD war.

Yvonne las aus ihren Tagebüchern aus dem Jahr 2008, für das sie sich vorgenommen hatte: „Endlich selbstsicher werden.“ Doch während es mit ihrer Knirschschiene gut lief, konnte sie sich zwischen zwei Jungs einfach nicht entscheiden.

Sylwia las aus ihren Büchern zwischen 1988 und 1991. Mit 13 Jahren philosophierte sie: „Wenn ich so denke, denke ich, das nur ich klug bin.“ Sie betrauerte, dass ihr Tagebuch kein Mensch ist und sie wohl auch für immer ein trauriger Mensch bleibt.

Als viertes kam Vera auf die Bühne, die im Jahr 2006 ganz vernarrt in die „Twilight“-Bände war und dies flammend ihrem Tagebuch anvertraute. Sie wünschte sich „einen Freund, der mich auch ohne Hintertür liebt. Vielleicht ist es ja Tim!“

Nicht aus ihren Tagebüchern, sondern aus ihren Liebesbriefen (ja, das ist bei uns auch möglich!) las Feli vor. Sie entführte uns in eine Zeit, in der sie ihrem Liebsten, Uli, schonungslos ehrliche Zeilen schrieb. Nicht nur, als ein fremder Mann in einen Feldweg einbog und mit ihr ein Tête-à-Tête anfangen wollte, wohlwissend, dass beide vergeben waren.

Sylwia und Feli kamen in das Stechen und letztere konnte das Publikum mit Sätzen wie „Verzweifel‘ nicht an deiner Winzigkeit als Lebewesen“ am Ende für sich gewinnen. Ein Dank an den Grünen Jäger und unseren Moderator Sven Onken! Bis zum nächsten Mal!

 

„Die normalen Boys können sich echt ficken“

„Die normalen Boys können sich echt ficken“

Unser 66. Diary Slam bot pubertäre Perlen nonstop: Zum Warmkichern las Ella aus ihrem Jugendtagebuch über die Nöte als 12-Jährige, als sie mit ihrer Familie in die Sauna gehen sollte, dafür diverse Fluchtpläne ersann, am Ende aber doch alles nur halb so schlimm war. Ihr Fazit: „Ich kann mich jetzt ruhig vor jedem nackt zeigen.“
Josie berichtete aus der Zeit, als sie in der Schule fünf Einser hintereinander schreiben musste, damit ihre Eltern sie zu ihrem Schwarm nach Hamburg fahren ließen – ein Schwarm, dessen einziger Nachteil auf ihrer Pro-und-Contra-Liste war: „Er ist zu süß für diese Welt.“
Nadine W. hingegen zählte akribisch die Vorzüge ihres Traumtyps auf: „Er ist lieb und süß und hat ein Auto!“
Und Nadine F., aus Berlin angereist, ließ die Zuschauer an ihrer brennenden Liebe zu Mark Owen und anderen Popstars teilhaben, in ihr Tagebuch notierte sie: „Die normalen Boys können sich ficken, echt!“ Mit dieser ausufernden Take-That-Suada konnte Nadine F. den September-Slam haushoch für sich entscheiden. Glückwunsch! Und Dank an unseren wieder mal famosen Moderator Sven Onken!

„Ich war schaurig traurig“

„Ich war schaurig traurig“

Zum Auftakt des 64. Diary Slams las Ella aus ihrem Tagebuch über ihre Liebe zu Paul. Dieser ging ihr, schon 18 und fünf Jahre älter als sie, auch schon mal an den Body („Aber Mist, warum hatte ich den nur an? Da konnte er doch nicht drunter.“)
Markus bewies, dass er als Teenager weibliche Signale eher missverstand.
Beim Spaziergang mit einem Mädchen trug er ein selbstgemaltes T-Shirt, auf dem sich zwei Ottifanten küssten, gekrönt von einem Herz: „Mit ihrem Zeigefinger berührte sie das Herz, das aus dem Rüssel kommt. Hm, das kann aber auch nur Zufall sein.“
Miriam hingegen träumte von einer Freundschaft, die so gut wie die ihrer pferdevernarrten Idole Wendy und Bianca sei. Ihre eigenen Freundinnen konnten da nicht mithalten: „Lea hat zwar dieselben Interessen wie ich, aber sie popelt und isst es.“
Und Tessa schrieb ihre spätpubertären Ergüsse in einem wilden Denglisch, philosophierte etwa: „Am I strong enough to kiss a falling man?“, weil sie befürchtete, ihr Schwarm könne in Ohnmacht fallen, sobald sie ihn küsste.
Im Stechen zwischen Markus und Miriam gewann ersterer um Haaresbreite und bescherte uns seit längerem wieder einen männlichen Diary Slam Champion. Glückwunsch und Dank an alle, auch an unseren grandiosen Moderator Sven Onken!

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