Was für ein Abend bei der Langen Nacht der Literatur 2026 im Goldbekhaus: Draußen ungemütliches Regenwetter, drinnen herzerwärmende Geschichten über die erste Liebe, jugendliche Abendgestaltung und kindliche Gedanken rund um die Pubertät.
Zum Aufwärmen las Nadine, außer Konkurrenz, einen Eintrag aus dem Jahr 1998 bei dem sie als sechzehnjährige an einem Samstagabend von einem Dorffest zur nächsten Party getrampt ist. Nur um festzustellen: „Da waren nur so 30jährige.“
Danach kam Sigrid auf die Bühne, die von ihrer unglücklichen Beziehung in den 1970er Jahren zu Henner vorlas. Sie hatte den Kerl lediglich gern, war aber nicht ansatzweise in ihn verliebt und resümierte in ihrem Tagebuch: „Der liebe Gott hat nicht nur gute Menschen gemacht, auch schlechte. Und ich gehöre zu den Schlechten.“
Kira, extra aus Berlin angereist, wo sie sonst die Bühne von unserem Diary Slam-Kollegen Kay rockt, las aus den 2010er Jahren vor: „Ich würde mich sofort in ihn verlieben, hätte er nicht eine Freundin“
Svenja kam auf die Bühne und nahm uns mit ins Jahr 1982, in dem sie die Tanzschule besuchte. Ihr Tanzpartner und heimlicher Schwarm hatte jedoch Einstichlöcher an den Armbeugen, so dass sie sich allerhand Gedanken dazu machte – hatte sie doch die „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ gelesen, und damals noch nichts von Desensibilisierung gewusst.
Danach las Clara aus dem Jahr 1993 vor. Als 9jähriges Kind vertraute sie ihrem Tagebuch allerlei Probleme an – auch das von einem Jungen, der ein „schlechtes Elternhaus“ besaß und sie mit Kastanien bewarf.
Im Stechen zwischen Kira und Clara konnte sich letztere mit ihrer Geschichte, über den Beginn der Pubertät durchsetzen.
Danke auch an unseren wunderbaren Moderator Sven, die sechsköpfige Jury und das tolle Publikum!