Was für ein grandioser Jahresabschluss im ausverkauften Centralkomitee! Fünf Vorleser*innen ließen uns in ihre Jugendzeit blicken.
Den Anfang – außer Konkurrenz – machte Ella mit einem Text über einen Jungen, dessen Aussehen sie haargenau in ihrem Tagebuch beschrieb: „Die Zähne, die glasig leuchten, wenn ein Spuckefaden darüber zieht.“
Danach kam Annika auf die Bühne, die aus ihrem Leben als 12 bzw 13-jährige in 2007 vorlas. Sie schrieb euphorisch in ihrem Tagebuch über ihren damaligen Crush („Schwarm“): „Er ist wirklich 100% witzig, 100% cool, 100% hilfsbereit, 100% Liebe 0% langweilig.“ und resümierte ihr Leben liefe gerade außerordentlich gut: „100% Leben – wie in der Werbung!“ Das war dann aber auch ganz schnell wieder vorbei: „Mal im ernst, warum klappt es bei mir nicht mit der Liebe? Verdammt, ich bin bald 13! Das kann doch alles nicht wahr sein. Ich will endlich aufhören zu suchen. Schluss! AUSZEIT!“
Johannes begeisterte mit seinem winzigen Tagebuch in Form einer Zigarettenschachtel, welches er in den 1970ern zum 10ten Geburtstag bekommen hat. Darin schrieb er unter anderem von seiner Ex-Freundin Claudia: „Ich hab Claudia wiedergetroffen, sie war ja auch schon beim Friseur, ihr steht alles. Wer es glaubt, oder nicht.“
Uta, die aus ihren Tagebüchern der 1980er Jahre vorlas, fand Pro und Contra-Listen bei Liebesbeziehungen hilfreich und hielt nichts von Männern die „wie eine Mauer küssen“. Außerdem verliebte sie sich immer nur in solche, die „schwierig“ waren, nie in die „Einfachen“, die auch den Mund aufkriegten und über ihre Gefühle redeten.
Julia erzählte von Weihnachten 1991 und „wie beliebt die Höseler Kirche“ sei, weil die Leute bei der Predigt am Heiligen Abend sogar stehen mussten. Außerdem hielt sie in ihrem Tagebuch fest, dass sie glaubt, „dass es einen Jesus unter uns gibt. Das muss ein Mensch sein, der keinen Hass in seinem Herzen hat.“ Sie resümierte: „Also kann ich es nicht sein.“
Ins große Finale kamen Johannes und Julia. Bei dem sich Julia am Ende durchsetzen konnte.
Zum krönenden Abschluss verteilte Moderator Sven Best of- Geschenke an alle Vorleser*innen wie einen BRAVO-Starschnitt von George Michael an Uta und für Julia gab es noch eine besondere Überraschung: Die Evangelische Kirchengemeinde Ratingen-Hösel ließ ihr noch eine Videobotschaft zu kommen und lud sie auf einem Besuch ein.
Wir freuen uns schon auf 2026 und viele tolle Diary Slam mit euch.