„Momentan ist Heulen mein Hobby“

„Momentan ist Heulen mein Hobby“

Der 100. Diary Slam war ganz besonders stimmungsvoll – auch weil der Grüne Jäger Luftballons, Blumen und Gratis-Sekt springen ließ. Zu Beginn las Barbara aus ihrem Tagebuch aus Studententagen, in dem sie morgens öfter mal einen „seelischen Kater“ hatte, sich in ihrer Clique pudelwohl fühlte („Ich war stolz auf meine redegewandten Freunde“) und ihren Schwarm, von dem sie lediglich den Straßennamen wusste, per handgeschriebener Plakate suchte, mit denen sie dessen Straße zupflasterte.
Yvonnes Liebesziele waren dagegen kleiner gesteckt, als sie in den 90ern ihrem Tagebuch anvertraute: „Ich will mal Alex einfach in die Augen schauen. Abgedreht, was?“ Ihre eigentliche Sorge war eher, dass ihr Vater entdeckte hatte, dass sie sich „Sexsites“ auf dem Familien-Computer reinzog.
Imke begründete ein ganz neues Diary-Slam-Genre: Sie las aus einem Brief, den sie sich mit 15 Jahren zu ihrem 25. Geburtstag geschrieben hatte, voller Träume und Ernüchterung zugleich: „Ich bin mir eigentlich heute schon sicher, später keine Schriftstellerin geworden zu sein.“
Und Alice gab eine Fluch-Suda auf ihre Eltern zum Besten, in der Missverständnisse und Verwünschungen einander täglich abwechselten, worauf sie weise das Fazit zog: „Vielleicht nennt man diesen Teufelskreis einfach Pubertät.“
In einem pointenstarken Stechen zwischen Yvonne und Alice ging letztere am Ende als 100. Diary Slam Champion hervor – Glückwunsch und Dank an alle, insbesondere an unseren Moderator Sven!