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„The boy is sowieso never mine“

„The boy is sowieso never mine“

Unser 105. Diary Slam war ein Genuss von der ersten bis zur letzten tintenverklecksten Tagebuchseite, bei dem das Top-Thema JUNGS stark im Fokus war.
Zu Beginn las Ella aus ihrem Tagebuch als 15-Jährige über ihren Sommer des Jahrhunderts, als sie mit diversen Typen im Ferienlager füßelte und herumfummelte, dabei aber nach eigener Auslegung ihrem Boyfriend „immer treu blieb“.
Julia I bewies dem staunenden Publikum, dass auch die seltsamsten Lehrer von hormongebeutelten Schülerinnen durchaus umschwärmt sein können, genauer gesagt, ein 50-jähriger Studienrat „mit roter, eckiger Brille und schwarzem Hemd, unter dem die Brusthaare hervorquellen wie bei einem Zuhälter.“
Julia II nahm das Publikum mit in ihre christlich geprägte Kindheit der Achtzigerjahre, voller Gewissensbisse („Ich bin ein Flittchen, oder?“), aber auch stolzem Selbstbewusstsein: „Ich glaube, im Küssen bin ich ein Naturtalent.“ Nach der Pause holte Zuschauerin Charlotte spontan ihr Tagebuch hervor und nahm das Publikum mit auf einen kurzen Ritt durch Träume und Erlebnisse einer Neunjährigen.
Nadine ließ ihr Tagebuch seufzend wissen: „In meiner Klasse sind nicht gerade gutaussehende Jungs, außer vier bis fünf.“

Im Stechen zwischen Ella und Julia I errang letztere schließlich knapp den Titel „Diary Slam Champion Oktober 2022“. Glückwunsch und Danke an alle, besonders auch an unseren Zeremonienmeister Sven!

„Jetzt ist das Jahr fast rum und ich hab immer noch keinen Freund.“

„Jetzt ist das Jahr fast rum und ich hab immer noch keinen Freund.“

Hach, war das wieder toll beim 104. Diary Slam im Grünen Jäger! Wahnsinns-Stimmung mit großartigem Publikum, grandiosen Leserinnen und einem wie immer redegewandten Moderator!
Den Auftakt dieses Abends machte Nadine, die von ihrer unerfüllten Sehnsucht nach ihrem ersten Freund im Jahr 1998 schrieb und „so down“ war, weil sie mit fast 16 immer noch keinen Freund hatte.
Danach kam Mina auf die Bühne, die im zarten Alter von dreizehn Jahren der größte Fan der Band „ECHT“ war. Ihr erstes Konzert der Band durfte sie 1998 in der Fabrik in Hamburg erleben und resümierte: „Für Kim Frank lass´ ich mich gerne erdrücken“.
Kim, die Einträge von 2011 vorlas (dem Gründungsjahr des Diary Slams!!!), berichtete von ihrem Schwarm, von dem sie endlich die Handynummer besaß, um ihn anzurufen. Doch zu früh gefreut, denn sie schrieb in ihr Tagebuch: „Da zeigt eine Frau mal Mut und ruft ihren Angebeteten an und was ist, er ist nie da!!!“
In der Bonusrunde, in der alle drei nochmal kurze Einträge vorlesen durften, konnte Nadine mit einer Hommage an ihr Tagebuch den Diary-Slam-Titel „September „gewinnen und sahnte ein wunderbares neues Tagebuch ab.
Ihr wollt auch mal bei uns im Rampenlicht stehen? Nichts leichter als das. Komm mit deinen Jugendtagebüchern bei einem unserer Diary Slams auf die Bühne. Meld dich vorab gerne an.

„Irgendwie witzig die Geschichte“

„Irgendwie witzig die Geschichte“

Wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen – so geflasht sind wir noch von der diesjährigen Langen Nacht der Literatur 2022 und unserem Diary Slam – Berlin Special.

Allen, die nicht dabei waren, sei so viel versichert: Ihr habt echt was verpasst!

Als erstes trat Josie auf die Bühne, die von ihrer Liebesgeschichte rund um Hermon erzählte. Von Berlin aus himmelte die dreizehnjährige Josie ihren Hamburger Schwarm an und benannte in ihrem Tagebuch seine schlechten Eigenschaften: „zu süß für diese Welt“ – dies war dann allerdings die einzige, die sie aufzählte.

Eigens aus Berlin war Nadine F. angereist und las aus ihrem Tagebuch aus dem Jahr 1993 vor, in dem sie sich – damals erst 14 Jahre alt und in der Kleinstadt wohnend – nach Größerem sehnte: „Ich würde gerne mal weg. So nach Bochum, Köln oder Kassel oder so. Irgendwohin, wo mich keiner kennt, wo ich noch einmal von vorne anfangen kann.“

Kay, der den Diary Slam in Berlin organsiert, wollte im Jahr 1986 ganz schnell erwachsen werden „um geile Feten zu feiern.“

Und Freddi wollte im Alter von 14 Jahren eigentlich nur bewundert werden: „Mein

Gott, wie würde Lara staunen, wenn ich auf einmal Schminke von Margret Astor, Ellen

Beatrix, Chicogo oder Marbert hätte. Sie wäre neidisch.“

Ins Stechen kamen Kay und Freddi.  Und als wäre das nicht schon spannend genug gewesen, segelte Sven samt durchgebrochenen Stuhl von der Bühne. Nach diesem Schreckmoment, bei dem unserem standfesten Moderator zum Glück nichts weiter passiert ist, konnte der strahlende Gewinner gekürt werden: Kay!

Danke für diesen großartigen Abend den Gästen, den Leser.innen, der Langen Nacht der Literatur, dem Goldbekhaus und den Organisator:innen!

Unser nächster Termin im Goldbekhaus ist der 03.12.2022. Tickets gibt es bald im VVK.

„I love Mr. Geil“

„I love Mr. Geil“

Der 102. Diary Slam war so rappelvoll wie in Vor-Corona-Zeiten, was die Stimmung wunderbar aufpeitschte. Zu Beginn las Nadine aus ihrem Tagebuch eine tragikomische Liebesgeschichte, die sie als 16-Jährige durchlebte: „Ich habe ihn kennengelernt, den geilsten Mann, den ich kenne“, der ihr eindeutige Blicke zu warf: „Vielleicht nur abwertend, aber egal.“
Julia, die zum ersten mal ihre Tagebücher der Öffentlichkeit präsentierte, verfasste diese mit einem Kuli, der „nach Marienkäferpisse roch“, verknallte sich in sämtliche Hobbit-Schauspieler nacheinander und sinnierte mit pubertärem Pathos: „Heute entscheidet sich alles in meinem Leben“. Ebenfalls Diary-Slam-Neuling Selina steckte sich schon als Zehnjährige wichtige Ziele: „Ich will erwachsener werden, vernünftiger, einfach meinem Alter entsprechend“ und verlas im Anschluss eine lange „Liste derjenigen, die ich beißen würde, wenn ich Tollwut hätte“.
Ella hingegen brachte dem Publikum eine 6 Wochen dauernde Teenie-Beziehung in den Neunzigerjahren nahe, die mit dem Fazit endete: „Wir haben uns immer noch so viel zu sagen nach all den Tagen“.
Im bejubelten Stechen zwischen Julia und Ella gewann erstere souverän den Titel als Slam-Champion August.
Glückwunsch und Dank an alle, insbesondere an unseren Moderator Sven Onken, der wieder mal eine wortgewaltige Granate war!
Berlin Special am 3.9.2022 zur Langen Nacht der Literatur

Berlin Special am 3.9.2022 zur Langen Nacht der Literatur

Ein Tagebuch ist wie ein guter Schinken: Eine Zeit lang abgehangen, gewinnt es an Reife. Und mit ein paar Jahren Distanz lässt es sich so richtig schön genießen. Deshalb ist das Tagebuch viel zu schade dafür, verlassen auf Dachböden und in Kellern vor sich hin zu modern. Der Diary Slam bietet Tagebüchern eine Bühne, denn dort lesen Menschen öffentlich aus ihren jugendlichen Aufzeichnungen vor und versetzen das Publikum zurück in die Vergangenheit. Bei unserem Berlin Special zur Langen Nacht dre Literatur, lesen vier Berliner:innen aus ihren Tagebüchern vor: Kay, Nadine F., Freddie und Josi! Moderiert wird der Abend von Sven Onken.

Karten gibt es im Vorverkauf für 9,- Euro zzgl. Gebühren sowie an der Abenkasse für 10,-Euro.

Gefördert wird die Veranstaltung durch Neustart Kultur

 

„Hungary is out, Ballermann is in“

„Hungary is out, Ballermann is in“

Der 102. Diary Slam war wieder ein Fest der Tagebuchergüsse aus drei Jahrzehnten!

Außer Konkurrenz berichtete Ella von ihrem wildesten Sommer im Jahr 1995, als sie mit René zusammen war, dennoch mit anderen Jungs  herumfüßelte und -schnäbelte und sich am Ende selber lobte: „Ich bin René treu geblieben. Das war gut von mir!“

Yvonne hatte ein Best-of ihrer Einträge von 1998 bis 2013 zusammengestellt. Am 30.4.2004 schrieb sie als 15 Jährige: „Ficken, scheiße, warum muss immer so schnell alles so fuckig, befickt, SCHEISSE werden??? Alles ist zum Kotzen, gehe morgen nicht zur Kirche, fickt euch!“

Nadine nahm uns mit auf eine jährliche Urlaubsreise nach Ungarn – mit Familie und bester Freundin. „Wir sitzen hier immer noch und können die Langeweile gar nicht beschreiben. Noch 6 Tage, dann sind wir endlich wieder daheim“, schrieb sie in ihr Tagebuch und wünschte sich nicht sehnlicher, als im nächsten Jahr mal an einen anderen Urlaubsort mit Action und „geilen Jungs“ zu fahren.

Lana, die zum ersten Mal auf der Diary Slam-Bühne war und selbst kaum die Jugend hinter sich gelassen hatte, erzählte: „Ich bin für die nächsten Tage Pescetarierin. Meine Mutter hat mich am Frühstück daran erinnert, dass ich keine Wurst essen darf.“

Nachdem die beiden Jurymitglieder zum ersten Mal in der elfjährigen Diary Slam-Geschichte nach der Pause nicht mehr anwesend waren, durften alle drei – Yvonne, Nadine und Lana – einen weiteren kurzen Einblick in ihre Tagebücher gewähren.

Mit ihrer Hommage an die letzten Seiten ihres Tagebuchs konnte Nadine den Diary Slam-Titel Juni 2002 für sich entscheiden.

Herzlichen Dank an die Teilnehmerinnen und Ella für die Moderation! Wir sehen uns im August wieder – im Juli machen wir eine wohlverdiente Sommerpause!

„Traurig sein, kann ich auch mit 30“

„Traurig sein, kann ich auch mit 30“

Was war das für ein fantastischer Abend bei unserem Österreich – Deutschland Special! David und Constanze haben uns tief in ihre österreichische Kindheit und Jugend mitgenommen und Alice und Jens hielten von deutscher Seite mit ihren Pubertätserlebnissen dagegen.

Den Auftakt machte Jens, der uns in seine Hamburger Jugendzeit der 60er Jahre entführte. Neben der Liebe („Angelika küsst schon besser“) reflektierte er in seinen Tagebüchern auch sportliches: „11. Februar: Der HSV hat sich wieder mal ein schwaches Spiel geleistet.“

Auch in Constanzes Tagebuch der 90er Jahre ging es ums Küssen, so schreibt sie am 23.4. von ihrem Freund: „Ein Problem gibt es mit Peter. Er küsst so ekelhaft. Ich kann ihn doch nicht aufgeben, weil er so eklig küsst.“

Alice trat als Dritte auf die Bühne und hatte 1991 einen ganz besonderen Nebenjob in ihrer fränkischen Heimat, der ihr einen Eintrag ins Tagebuch wert war: „In der Wurstfabrik ist es echt zum Kotzen. Mal mehr, mal weniger.“

Um das österreichische Flair zu untermauern, las David einen Eintrag von 2006 vor, bei dem er im zarten Alter von 12 Jahren „zum ersten Mal“ in seinem Leben „Red Bull“ trank. „Ich war high,“ stellte er in seinem Tagebuch fest und glaubte fest daran, dass in Red Bull Stierhoden-Extrakt enthalten sei.

Ins Stechen beförderte die dreiköpfige Jury Alice und David. Beide packten nochmal ihre besten Textstellen aus. So schrieb Alice im Jahr 1990: „Ich finde meine neue Swatch ist genau mein Charakter: etwas bunt und modern, doch etwas zeitlos und nicht so auffallend.“ Und David, der sich auf einer Skifreizeit den Arm gebrochen hatte: „Tag 5 mit gebrochenem Arm. Ich stinke schon ein wenig.“

Team Österreich konnte so charmant den Sieg einfahren! Wir gratulieren von ganzem Herzen und sagen, dankeschön, an David, Constanze und Diana, der Macherin des österreichischen Diary Slam Pendants für ihren Besuch in Hamburg, gefördert durch „Neustart Kultur“.

Wir freuen uns jetzt schon auf einen Gegenbesuch irgendwann und sagen bis dahin: Servus und Tschüß!

„Momentan ist Heulen mein Hobby“

„Momentan ist Heulen mein Hobby“

Der 100. Diary Slam war ganz besonders stimmungsvoll – auch weil der Grüne Jäger Luftballons, Blumen und Gratis-Sekt springen ließ. Zu Beginn las Barbara aus ihrem Tagebuch aus Studententagen, in dem sie morgens öfter mal einen „seelischen Kater“ hatte, sich in ihrer Clique pudelwohl fühlte („Ich war stolz auf meine redegewandten Freunde“) und ihren Schwarm, von dem sie lediglich den Straßennamen wusste, per handgeschriebener Plakate suchte, mit denen sie dessen Straße zupflasterte.
Yvonnes Liebesziele waren dagegen kleiner gesteckt, als sie in den 90ern ihrem Tagebuch anvertraute: „Ich will mal Alex einfach in die Augen schauen. Abgedreht, was?“ Ihre eigentliche Sorge war eher, dass ihr Vater entdeckte hatte, dass sie sich „Sexsites“ auf dem Familien-Computer reinzog.
Imke begründete ein ganz neues Diary-Slam-Genre: Sie las aus einem Brief, den sie sich mit 15 Jahren zu ihrem 25. Geburtstag geschrieben hatte, voller Träume und Ernüchterung zugleich: „Ich bin mir eigentlich heute schon sicher, später keine Schriftstellerin geworden zu sein.“
Und Alice gab eine Fluch-Suda auf ihre Eltern zum Besten, in der Missverständnisse und Verwünschungen einander täglich abwechselten, worauf sie weise das Fazit zog: „Vielleicht nennt man diesen Teufelskreis einfach Pubertät.“
In einem pointenstarken Stechen zwischen Yvonne und Alice ging letztere am Ende als 100. Diary Slam Champion hervor – Glückwunsch und Dank an alle, insbesondere an unseren Moderator Sven!

„Deutschland vs. Österreich: Der länderübergreifende DIARY SLAM“ am 17. Juni 2022 um 20 Uhr

„Deutschland vs. Österreich: Der länderübergreifende DIARY SLAM“ am 17. Juni 2022 um 20 Uhr

Das Hamburger Diary Slam-Urgestein lädt die österreichischen Kolleg:innen zu einem Gastspiel ein. Am Freitag, den 17. Juni 2022 treten Österreichs beste Slammer:innen gegen deutsche Diary Slam-Größen an.

Seit 2013 gibt es den erfolgreichen, österreichischen TAGebuch Slam in Wien und anderen Bundesländern, die durch eine fünfteilige Sendung im ORF Berühmtheit erlangt hat.

Diana, Constanze und David reisen mit ihren Tagebüchern an, und geben an diesem Abend einen Einblick in ihre österreichischen Jugend- und Pubertätserlebnisse.

Durch den Slam führt unsere norddeutsche Moderationsikone Sven Onken.

Gefördert wird die Veranstaltung durch Neustart Kultur.

Freitag, 17. Juni 2022

Einlass: 19.00 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr

Veranstaltungsort: Goldbekhaus, Moorfuhrtweg 9 | 22301 Hamburg-Winterhude

Eintritt:

AK 10,- Euro

VVK 9,- Euro zzgl. Gebühren. Tickets gibt es hier.

Foto: Diana Köhle, (c) Anna Konrath

 

Zu den Akteur:innen des Abends:

Diana Köhle, geboren 1980, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in den Tiroler Bergen. Sie hatte dort wenig Gleichgesinnte, daher viel Zeit zum Tagebuch schreiben und Schwärmen für unerreichbare „boys“. Mittlerweile ist sie vom Landkind zur Stadterwachsenen mutiert. Seit 2013 veranstaltet und moderiert sie in ganz Österreich Tagebuch Slams.

www.liebestagebuch.at

David, Jahrgang 1993, schreibt eigentlich immer. Beruflich, privat, für die Uni, auf WhatsApp, für die Bühne, Lustiges und Ernstes, im Zug, auf der Couch, im Urlaub und wenn es sich dann noch ausgeht, immer noch manchmal Tagebuch. Es gibt ja auch immer etwas zu erzählen.

Constanze, geboren 1980, kommt aus Wien und wuchs in einer ehemals berüchtigten Wohnsiedlung am Stadtrand auf. Ob Grapschen im Stiegenhaus oder Italienurlaub – ihre Tagebucheinträge drehen sich ausschließlich um Jungs! Und Prinzessin Fantaghiró.

Alice Beyer, geboren 1976, hat in ihrer mittelfränkischen Dorfjugend versucht, den Sinn des
Lebens in allem und jedem zu finden. Ihre Tagebücher waren dabei die wichtigsten Dialogpartner, wenn wieder mal alles zeitgleich und durcheinander gelaufen ist.

Jens Gärtner, Jahrgang 1951, Persönlichkeitstrainer und Autor im Writersroom Hamburg, schreibt Romane, Erzählungen und über ambigue Begegnungen in seinem Blog www.begegnungentexte.com.

Sven Onken: Seit der ersten Diary Slam Stunde in Hamburg moderiert Sven Onken charmant unsere Tagebuchschlacht. Auch wenn er nur einen einzigen Tag in seinem Leben Tagebuch geführt hat, und bei den schnöden Alltagsbeschreibungen schnell gemerkt hat, dass Tagebuchschreiben nichts für ihn ist – sorgt dieser einzige Eintrag regelmäßig für Lacher. www.diaryslam.de