Tagebuchlesebühne

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„P.S. Wir bekommen Kabelfernsehen“

„P.S. Wir bekommen Kabelfernsehen“

Boah – was für ein Jahresabschluss im Grünen Jäger am Mittwoch. Ihr habt uns umgehauen – ein Mega-Publikum im ausverkauften Haus wie in Vor-Corona-Zeiten und zauberhafte Vorleser:innen, in deren Elend der Jugend wir uns suhlen durften! Danke dafür, ihr Tollen!

Den Anfang machte Ella, die aus der Gattung der sogenannten „Briefbücher“ vorlas. Mit ihrer Freundin schrieben sie sich täglich mehrere Passagen hin und her, in denen es z.B. darum ging, ob sie die neue Levis Hose kaufen sollte oder nicht, wenn doch „Kinder in anderen Ländern gar nichts zum Anziehen haben.“

Und später las Ella noch aus dem Jahr 1993 vor, als die Abendgestaltung noch aus „Flitterabend“ schauen bestand und dem Exen von einem Glas Mineralwasser und einem Glas Saft.

In Lisas Tagebüchern, die sie Mitte der 1990er vollgeschrieben hatte, ging es gut zur Sache: Sie beschimpfte ihre Schulfreundinnen wie ein Rohrspatz, aber auch Jungengeschichten kamen nicht zu kurz: „Bin in 5 Boys gleichzeitig verliebt: Gregor, Mr. Unbekannt, Robert, Mr. Unbekannt 2, Karl“ Wobei Gregor eine Zeichentrickfigur war und die Mr. Unbekannts nur in ihren Träumen existierten.

Gina, die zum ersten Mal auf der Diary Slam Bühne stand, las aus ihrem Sheepworld Tagebuch vor – was allein schon für Entzückung beim Publikum sorgte. Im Jahr 2009 musste die sich damals zwölfjährige gegen ihre Mitschüler behaupten, die neben Kloppereien auch Drohungen wie „Nach der Schule bist du tot“ aussprachen, die sie in ihrem Tagebuch namens „Lusi“ nur mit:  „Das war total doof“ kommentierte.

Sebastian sinnierte in seinen Tagebüchern aus dem Jahr 1989: „Warum sind so viele Menschen glücklich. Nur ich nicht. Ich bin so ein typischer 0815-Junge. Zum Kotzen.“ Und dann ging es weiter „ Ich führe ein verkacktes Leben. Es ist so aussichtslos beschissen“. Kein Auge blieb trocken, als Sebastian einen Brief an seine zukünftigen Kinder vorlas, die er als dreizehnjähriger ansprach.

Johanna und Charlotte, die den Part der Jury übernahmen, wählten Ella und Sebastian ins Stechen.

Ella gab eine kurze Passage zum Besten, in der sie sich mit 14 Jahren vorstellte, wie Geschlechtsverkehr sei und Sebastian sinnierte darüber wie er als 17jähriger am Rosenmontag Haschjoghurt zu sich nehmen wolle.

Unter johlendem Applaus wurde Sebastian Slam Champion des Monats November. Was für ein Abend! Wir sehen uns am 25. Januar 2023 wieder im Grünen Jäger.

Und wer sich noch unser Special Diary Slam mit Selina, Sebastian, Cynitza und Christin anschauen möchte: Samstag, 03.12.2022 im Goldbekhaus!

„Ich bin mit Pascal gegangen, aber nur 45 Minuten“

„Ich bin mit Pascal gegangen, aber nur 45 Minuten“

Aufgrund des bulligwarmen Wetters fand der 85. Diary Slam „open air“ im Garten des Grünen Jägers statt, wie immer zauberhaft moderiert von MC Sven Onken.
Zu Beginn verlas Ella, was sie als 12-jährige mit ihrem Schwarm am liebsten alles anstellen würde: „Umarmen, kuscheln, anschmiegen … das sind meine erotischen Vorstellungen. Weiter geht es bei mir noch nicht.“
Markus notierte in seinem Tagebuch als 13-jähriger, seine Angebetete habe beim Spazierengehen plötzlich den Arm um ihn gelegt, „vielleicht war es aber nur Zufall?“
Sarah nahm die Zuschauer auf ihre erste nächtliche Sauftour mit, nach der sie, auf Anordnung der Mutter, frühmorgens gleich wieder die Wäsche der ganzen Familie bügeln musste.
Und Carina berichtete im Akkord von einer 1-Tages-Beziehung nach der anderen. Mit eindrücklichen Tagebucheinträgen wie: „Mama nervt mich total. Sie will immer mit mir kuscheln. Soll sie doch in den Puff gehen“, konnte sie sich im finalen Stechen gegen Ella durchsetzen und wurde so zur Diary Slam Championikin des Abends.

Glückwunsch und Danke an alle!

Nach einer Sommerpause findet der nächste Slam am 28. August statt.

„Juhu, wir haben seit einem halben Jahr Internet“

„Juhu, wir haben seit einem halben Jahr Internet“

Vier mutige neue Vorleserinnen teilten ihre Tagebuchgeschichten beim 84. Diary Slam mit uns und unserem Publikum.

Den Anfang machte Lea, die noch bei einem ihrer letzten Besuche in der Jury saß. In ihren Einträgen von 2008 vertraute sie ihrem Tagebuch an, dass sie stolz sei, gefirmt zu sein. Doch eigentlich drehte sich in ihrem Leben alles um Jungs, von denen einer ihr am Telefon beichtete, dass er sie liebe. „Wir haben uns aber noch nie gesehen.“

Janine vertrieb sich die Zeit Anfang der 2000er Jahre gerne in Internetforen. Unter dem Nickname „Zicke deluxe“ lernte sie einen Jungen aus Ahrensburg kennen, bei dem fast alles stimmte, „außer dass er sportlich und musikalisch ist“. Ohne ihn persönlich kennengelernt zu haben, fuhr trotzdem vor lauter Verliebtheit eine Achterbahn in ihrem Bauch.

Freundinnen waren in Emilias Tagebuch ein großes Thema. Vorallem Nr. 2 auf ihrer Freundinnenliste, die mit den Attributen „lieb und nett“ vermerkt war, gab Anlass, in ihr Tagebuch zu schreiben. So ließ sie sie schon von ihrem Brot abbeißen und einen Film bei ihr zu Hause gucken, und bekam als Dank die Worte an den Kopf geknallt, „dass es scheiß langweilig mit mir zu telefonieren sei.“ Was zur Folge hatte, dass die Freundin auf Rang 5 der Freundinnenliste rutschte.

Nach den drei lustigen Tagebuchtexten betrat Pauline die Bühne und sorgte für eine nachdenklichere Stimmung. Sie beschrieb ihre schwierige Beziehung zu einem Jungen, die sich zwischen großer Liebe und Todessehnsucht abspielte. „Ich liebe dich viel zu sehr. Irgendwas läuft schief. Ich fühle mich so leer.“

Die Jury entschied sich für Emilia und Lea im Finale, bei dem sich Emilia als „die schlechteste Freundin der Welt“ outete und Lea Briefbücher vorlas, in denen sie sich und ihre Freundin nach den berühmten Fußballern Balle und Schweini nannte.

Letztendlich konnte Lea den Diary Slam Champion Titel im Monat Mai für sich gewinnen. Herzlichen Glückwunsch und ein großes Dankeschön an alle wunderbaren Leserinnen, dem großartigen Publikum, dem Grünen Jäger und unseren einmaligen Moderator Sven Onken!

„Jedes potthässliche Flittchen bekommt einen Typen ab, nur ich nicht“

„Jedes potthässliche Flittchen bekommt einen Typen ab, nur ich nicht“

Beim 80. Diary Slam referierte Ella aus ihrem Tagebuch, wie sie, als 13-jähriger Backfisch, bei ihrem ersten Date aussehen wolle: „Gutgeputzte Zähne; was gegen Mundgeruch; saubere, gut riechende Klamotten, saubere Haut, Smiling!“
Maren berichtete von ihrem Austauschjahr in Norwegen als 17-jährige, bei dem ihr besonders das Schulfach „Politik & Menschenrechte“ gefiel: „Sobald ich mehr norwegisch kann, könnte das spannend werden.“
Kathrin hingegen gab tiefe Einblicke in ihren einstigen Groll gegen die Lehrer: „Schade, dass die Sonne nicht scheint, da könnte ich Herrn Noll mit meiner Uhr in die Augen lasern“.
Und Nadine kommunizierte, wo es mit den Jungs schon nicht klappte, nächtelang mit ihrem besten Freund, dem Tagebuch: „Was meinst du dazu? Noch 4 Seiten und du kannst nichts mehr dazu sagen.“
Im Stechen zwischen Ella und Kathrin ging letztere haushoch als Diary Slam Champion hervor. Glückwunsch, danke an alle, auch an Moderator Sven Onken, der selbst seinen einzigen, mitreißenden Tagebucheintrag („Heute habe ich ein Toastbrot mit Leberwurst gegessen“) zum Besten gab.

„Zu süss für diese Welt“

„Zu süss für diese Welt“

Der 75. Diary Slam, souverän moderiert von Sven Onken, war ein kleines Jubiläum und ein großer Abend zugleich: Zum Auftakt las Ella aus ihrem Tagebuch, in dem sie sich als 11-Jährige vor allem für gutes Aussehen interessierte – insbesondere ihr eigenes: „Ich glaube, ich sehe verdammt gut aus“ jubilierte sie und pries ihren „modernen langen Hals“.

Sonja hingegen ärgerte sich in ihren Tagebuchergüssen über unnötige Geschlechtertrennung in den 80er Jahren: „Beim Klassentreffen standen die Jungs rechts, die Mädchen links. Und wenn ich mal zu den Jungs rüberging, galt ich gleich als Nutte.“

Josie durfte als 15-jähriger Berliner Backfisch ihren Hamburger Schwarm nur besuchen, wenn sie nach dem Willen ihres Vaters „fünf Einsen hintereinander schrieb“. Das gelang ihr, dennoch geißelte sie sich selbst als „faules Stück Dreck“.

Raphael zeigte, was es bedeutet, in der tiefsten österreichischen Provinz aufzuwachsen: „Mutter zwingt mich zur Kirchenchorprobe. Scheiß-Abhängigkeit!“ Außerdem gab er tiefe Einblicke in die Sorgen eines heranwachsenden Mannes: „Verdammt, mir ist mein Rasierpinsel ins Klo gefallen!“

In einem spannenden Stechen zwischen Josie und Ella konnte schließlich letztere mit einem schweißnassen, barbusigen Sauna-Tagebucheintrag den Slam-Champion-Titel ergattern. Glückwunsch und dank an alle!

Achtung: Im September muss der Diary Slam leider ausfallen.

Traut euch auf die Bühne: Packt die Tagebücher aus!

Traut euch auf die Bühne: Packt die Tagebücher aus!

Habt ihr auch Reisetagebuch geschrieben?
In eurem Highschool-Jahr in den USA, bei eurem Trip durch Asien, im ersten Urlaub ohne Eltern oder beim langweiligen Familienurlaub bei Tante Brigitte im Sauerland?

Na, dann komm‘ doch damit bei uns auf die Bühne. Alles was älter als fünf Jahre ist, ist herzlich willkommen bei uns.

Unser nächster Diary Slam findet am 29. August 2018 um 20. 30 Uhr im Grüner Jäger statt. Eintritt: 5,- Euro.

Diary Slam im Mai

Diary Slam im Mai

Eure Tagebücher, Liebesbriefe, Songtexte oder Freundschaftsbücherr fristen ein trauriges Dasein in euren Schubladen? Damit kann Schluß sein, denn wir bieten den pubertären Zeilen eine Bühne.
Bei unserem Diary Slam lesen wildfremde Menschen dem Publikum ihre längst vergangenen Erlebnisse aus Jugendzeiten vor. Kommt vorbei, um in der Vergangenheit zu schwelgen!

Eintritt: 5,- € (nur Abendkasse)
Einlass ab 19.30 Uhr – frühes Kommen für Sitzplätze ist empfohlen. Los geht´s um 20.30 Uhr.
Grüner Jäger, Neuer Pferdemarkt 36, 20357 Hamburg

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Meldet euch bei Interesse am Vorlesen unter mail@diaryslam.de