Tagebücher

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„Das Leben ist schön, lasst uns feiern!“

„Das Leben ist schön, lasst uns feiern!“

Der erste Diary Slam im neuen Jahr bot vier unterschiedliche Einblicke in die Jugend unserer Leser. Den Anfang machte Sarah, die von ihrem sechswöchigen Sprachaufenthalt auf Malta vorlas und auch noch oft an zuhause dachte: „Mit Christian ist es immer noch schwierig. Er kann mir die Ohrfeige nicht verzeihen.“

Danach kam Carmen auf die Bühne, deren Tagebücher vor allem durch eines geprägt waren: Ihrer Schwärmerei zu Juri. Aber auch über ihren Schulwechsel machte sie sich Gedanken: „Ich gehe auf jeden Fall aufs Gymi, außer wenn ich eine Hauptschulempfehlung bekomme.“

Sonja erzählte in ihren Tagebucheinträgen der 80er Jahre über ihre Vater-Tochter-Beziehung und beschrieb, wie sie Inventur im Kinderzimmer machte und das Playmobilspielzeug katalogisierte.

Trotz des ernsten Themas über seine Chemotherapie lieferte Mathias viele Lacher, in dem er aus seinen Erinnerungen an die ehemalige DDR erzählte. Sein Schuleintrag „Mathias war heute sehr lebhaft, andere Kinder sind zu Schaden gekommen“ katapultierte ihn unter anderem ins Stechen mit Sarah. Letztere gewann das furiose Finale und durfte sich bei Moderator Sven Onken zuerst ein brandneues Tagebuch aussuchen. Herzlichen Dank an alle vier wunderbaren Vorleser!

„Scheißleben, doch ich kann nicht klagen“

„Scheißleben, doch ich kann nicht klagen“

Kurz vor Weihnachten waren wir erneut für ein Gastspiel im „Bunthaus Schankraum“ in Hamburg-Wilhelmsburg. Dabei gab es eine Premiere: Gleich drei LeserInnen standen gleichzeitig auf der Bühne, um aus ihrem WG-Tagebuch aus den frühern Neunzigerjahren vorzulesen – von Waschmaschinenproblemen, „kosmischen Orgasmen“, „The Smiths“ und sehr viel Wodka.
Neben den WG-Geheimnissen rund um Johannes, Diane und Michael gaben außerdem Ella, Christin, Sonja und Nadine ihre Jugendgeschichten zum Besten. Den Wilhelmsburger Wanderpokal überreichte Moderator Sven Onken am Ende an Nadine, die mit ihrem Liebesdramen („Jedes potthässliches Flittchen kriegt´n Freund“) das Publikum überzeugte.
Die Einnahmen des Abends gingen an ein Schulprojekt nach Tansania.
„Ich will richtig geil aussehen“

„Ich will richtig geil aussehen“

Beim 77. Diary Slam las Ella aus ihrem Tagebuch von Racheplänen an ihrem On-Off-Freund, dem sie zum Geburtstag ein Leberwurstbrot ins Gesicht klatschen wollte, wenn er ihr nicht endlich einen Liebesbrief schrieb.
Kerstin freute sich als Heranwachsende über „endlich Videotext“ und peppte ihre eher ruhigen Jugendjahre gerne mal mit Erlebnissen anderer auf: „Wenigstens ETWAS Gutes ist passiert: bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten!“
Kristina bekannte sich in ihrem Tagebuch freimütig als „fies“, war darin aber durchaus selbstreflektiert: „Ich gönne ihr die guten Noten nicht.
Ich gebe meine Gedanken wenigstens zu, ich hätte sie ja auch nicht aufschreiben müssen.“
Und Angela beäugte sich permanent kritisch: „Ich sehe nur von weitem gut aus.“ Akribisch listete sie „alle Fehler meines Körpers“ auf, darunter: „zu große Schilddrüsen“.
Im Stechen zwischen Kerstin und Angela ging erstere schließlich als Diary Slam Champion nach Hause. Glückwunsch und Dank an alle!

Das Buch zum Diary Slam

Das Buch zum Diary Slam

Wer erinnert sich nicht mit Schrecken, Scham, aber auch mit Wehmut an die langen, aufreibenden Jahre der Jugend? Als einem plötzlich Haare an den unmöglichsten Stellen wuchsen und man vor Verliebtheit fast platzte. Als die Eltern zum Inbegriff der Spießigkeit wurden und jede Sportstunde zur Folter.  Als man weit hinaus in die Welt wollte, aber die Reise gleich hinter der nächsten Tankstelle endete.

Die herrlichsten Geschichten kommen hier endlich ans Tageslicht! Über 70 BeiträgerInnen, zwischen 1970 und 1990 geboren, sind in diesem Buch versammelt.

 

Als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch erhältlich:Das Beste aus Jugendtagebüchern

Ich glaube, ich bin jetzt mit Nils zusammen. Das Beste aus wieder ausgegrabenen Jugend-Tagebüchern“ S. Fischer Verlag von Ella Carina Werner und Nadine Wedel

Lesungsanfragen: mail@diaryslam.de

 

„Schnee gibt mir den Kick von Weihnachten“

„Schnee gibt mir den Kick von Weihnachten“

Nicht nur auf Halloween-Partys gab es am 31.10. Grusel und Gänsehaut, sondern auch beim 76. Diary Slam:
Zum Auftakt las Martina aus Briefen, die sie als Pubertierende an sich selbst geschrieben hatte, „um mich zur Vernunft zu bringen“, zum Beispiel, statt dauernd an Jungs zu denken: „Kümmere dich lieber um deine Katze!“
Auch Feli brachte stapelweise Briefe mit, verfasst an ihre Jugendliebe, eine prickelnde Fernbeziehung zwischen Hamburg und Schwaben: „Du scheinst ein bewegtes Leben zu führen. Ich aber auch!“
Sarah verabredete sich in ihrer Jugend über Chat-Foren für „Blind Dates“ mit Unbekannten, über deren Äußeres sie dann im Tagebuch ächzte: „Ich stehe doch eher auf eng anliegende Ohren und Augen, die noch halb im Kopf liegen.“
Und Anika zeigte, was es bedeutete, in den frühen 90ern in der brandenburgischen Provinz aufzuwachsen. „Gestern war wieder nichts los“, lautete ihr häufigster Tagebuchsatz. Der einsame Höhepunkt: „Am Samstag habe ich mir von meinem Ersparten ein neues Sparschwein gekauft.“

In der Finalrunde zwischen Martina und Feli konnte sich letztere, bereits zum 2. Mal, den „Slam Champion“-Titel sichern. Glückwunsch und Dank an alle – auch an MC Sven Onken!